Geschirr – von Kalebasse bis Keramik

Ohne Geschirr kommt so gut wie kein Haushalt aus. Geschirr gehört zu den am häufigsten genutzten Alltagsgegenständen in unseren Wohnungen. Je nachdem, welcher Anlass ansteht, sollte das Geschirr formschön, edel, robust, farblich passend oder einfach nur ein Hingucker sein. Das Angebot an verschiedenen Materialien und Geschirrdesigns ist deshalb schier unüberschaubar.

Keramik oder Porzellan – was ist was?

Wenn Sie an Geschirr denken, fällt Ihnen wahrscheinlich als erstes das typische Geschirrmaterial ein: Porzellan. Das meiste Geschirr, dass wir heute benutzen, ist aus Porzellan gefertigt. Rein äußerlich ist Keramik dem Porzellan ziemlich ähnlich, was nicht selten zu Verwechslungen führt. Dennoch verfügen beide Materialien über verschiedene Eigenschaften. Diese sind auf die Charakteristika der Stoffe, aus denen sie gefertigt wurden, zurückzuführen. Während Porzellan aus Kaolinerde besteht, eher fein, dünnwandig und leicht lichtdurchlässig ist, wird Keramik aus Ton und Quarz gewonnen. Sie gestaltet sich gröber, etwas dicker und großporiger als Porzellan.

Porzellan hat einen höheren Schmelzpunkt

Ein weiterer Unterschied zwischen Porzellan und Keramik besteht im Schmelzpunkt. Da dieser bei Kaolinerde einen höher liegt, verfügt Porzellan über eine glattere und feinere Oberfläche als Keramik und kann auch leicht lichtdurchlässig sein. Der Schmelzpunkt von gutem Porzellan liegt bei rund 1.450 Grad Celsius, während hochwertige Keramik bei etwa 1.000 Grad schmilzt.

Keramik hat größere Poren

Bei der Keramik unterscheidet man zwischen Fein- und Grobkeramik, was beim Porzellan nicht möglich ist, denn Porzellan verfügt generell über eine sehr feine Struktur. Keramik hingegen weist größere Poren auf, was das Material insgesamt gröber macht als Porzellan. Keramik ist auf Grund der größeren Poren übrigens oft nicht wasserfest, weshalb Keramikgeschirr in der Regel glasiert wird. Nach dem Auftragen der Glasur kann Keramik dem Porzellan stark ähneln, weshalb die beiden Begriffe des Öfteren fälschlicherweise synonym verwendet werden. Wer seine Speisen häufig im Mikrowellenherd erwärmt, sollte auf Grund der Materialbeschaffenheit auf Porzellan zurückgreifen. Die Wassermoleküle werden wegen der größeren Poren schneller erhitzt, weshalb das Keramikgeschirr heißer als Porzellan wird. In manchen Fällen kommt es vor, dass Keramik im Mikrowellenherd sogar springt.

Geschirr aus Glas und Kristall

Trinkgefäße sind besonders häufig aus Glas. Auch Karaffen, Kannen und Schüsseln gibt es aus Glas. Komplett gläserne Tee- oder Essservice sind ebenfalls erhältlich. Wer es gern günstig möchte, kann auf einfaches Pressglas zurückgreifen, während hochwertiges, edles Geschirr aus Kristallglas und mundgeblasen sein kann. Optisch machen Speisen in Glas auf alle Fälle was her. Ob Schichtdesserts oder bunte Salate, im Glas kommen Ihre Gerichte besonders gut zur Geltung.

Holzgeschirr mit faszinierenden Eigenschaften

Holzgeschirr kommt in vielen Formen daher: Aus Holz gibt es Schüsseln, Teller, Becher, Besteck, Schneidebretter, Obstschalen und vieles mehr. Plastik wäre hygienischer als Holz in der Küche, hieß es lange Zeit. Aber Plastik hat keinen besonders guten Ruf mehr. Die Umwelt leidet unter dem zunehmenden Plastikmüll. Tatsächlich ist Holz mindestens ebenso hygienisch wie Plastik, wenn nicht noch mehr. Bei Schneidebrettchen werden durch jeden kleinen Einschnitt beispielsweise neue Gerbsäuren, die Tannine, frei, die antibakteriell wirken. Zudem saugt Holz Wasser gut auf, womit Bakterien ihr Nährboden entzogen wird. Beim Plastik hingegen bleiben kleinste Tröpfchen auf der Oberfläche. Dort können sich Bakterien vermehren. Vor allem Kiefer, Fichte, Buche und Ahorn weisen antibakterielle Wirkung auf. Das natürliche Material Holz ist zudem vollkommen biologisch abbaubar und damit umweltschonend.

Die richtige Pflege für Holzgeschirr

Holzgeschirr wird entweder maschinell hergestellt oder handgedrechselt. Es bedarf einer speziellen Pflege.

Schneidbretter sollten regelmäßig gewachst werden. Das beugt Gerüchen vor. Mit einer Mixtur aus wenig Speiseöl und Bienenwachs wird der Holzschutz mit Hilfe eines Lappens aufgetragen und anschließend das Brett etwa einen Tag an der Luft getrocknet. Wer die ideale Behandlung für seine Schneidebretter möchte, reibt sie zusätzlich zweimal die Woche mit Leinöl ein, um sie geschmeidig zu halten.

Holzgeschirr sollte nicht mit Spülmittel gewaschen, sondern mit heißem, seifigem Wasser abgespült werden. Achten Sie darauf, dass es nach der Reinigung gut an der Luft trocknet, um Schimmel zu vermeiden. Holzgeschirr ist nicht spülmaschinengeeignet.

Umweltfreundliches Geschirr aus Kalebassen, Papier und Bambus

Kalebassen, auch Flaschenkürbisse genannt, eignen sich gut, um Geschirr aus natürlichem Material herzustellen. In Deutschland ist dieses Material nicht so gängig, aber in Afrika, Südamerika und der Karibik ist Geschirr aus Kalebassen häufig zu finden. Mit etwas Glück finden Sie entsprechende Unikate aber auch hierzulande. In unseren Breitengraden haben wir die Möglichkeit, auf weitere umweltschonende Geschirrmaterialien zu setzen. Während sich Holz und Kalebassen für Bestandsgeschirr, das man über Jahre nutzen kann, eignet, ist Geschirr aus Papier und Bambus vor allem für Feiern gut. Wo früher noch Plastik als Einweg-Material zum Einsatz kam, möchten immer mehr Menschen auf biologisch abbaubares Geschirr zurückgreifen. Teller, Gabeln, Messern, Becher, Schälchen aus Papier oder Bambus bieten sich für die Geburtstags- oder Gartenparty deshalb sehr gut an.

Kunststoffgeschirr – nicht nur für Kinder

Dass Kinder gern etwas kaputt machen, wenn auch meistens aus Versehen, ist bekannt. Um Scherben und Verletzungen zu vermeiden, greifen Eltern deshalb häufig auf Kunststoffgeschirr zurück. Aber auch auf Partys kommt Plastikgeschirr noch relativ häufig zum Einsatz. Der Vorteil von Plastik ist, dass es günstig zu haben und leicht abwaschbar ist. Es kann in den knalligsten Farben produziert und einfach im Müll oder im gelben Sack entsorgt werden. Aber da zeigt sich auch schon wieder das Problem: Plastik gilt als schädlich für die Umwelt und kann viele chemische Stoffe, wie etwa Weichmacher, enthalten, die sogar für den menschlichen Körper schädlich sein können, wenn sie durch altes oder poröses Plastikgeschirr freigesetzt werden.

Unser Fazit

Es gibt so viele verschiedene Geschirrmaterialien, dass eine Auswahl des optimalen Geschirrs nicht einfach ist. Ganz allgemein raten wir von Plastik ab – der Umwelt zuliebe. Ob Sie auf einer Feier mit vielen Gästen lieber Papier oder Bambus verwenden möchten, ist Ihnen überlassen. Für Mikrowellen-Freunde gilt: eher Porzellan als Keramik, während Naturfreunde mit Holzgeschirr ihre wahre Freude haben werden. Glas dürfte wahrscheinlich in fast keinem Haushalt fehlen. Es macht optisch einiges her und eignet sich sehr gut für Trinkgefäße. Alle Materialien haben ihre Vorzüge und ihre Nachteile, so dass wohl häufig das Aussehen und die Einstellung zu Umweltfragen beim Kauf entscheidend sein dürften.